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Auch wenn beide Worte - also sowohl „war“ als auch „wahr“ - in der Aussprache gleich klingen, werden sie doch unterschiedlich geschrieben. Und warum ist das so? Weil sie unterschiedliche Bedeutungen haben!

Nun zu der äußerst einfachen Erklärung wann ein „wa(h)r“ mit „h“ und wann es ohne „h“ geschrieben wird: „war“ ohne „h“ ist eine Vergangenheitsform von „sein“ und beschreibt somit einen vergangenen Zustand.

Beispiele für „war“ ohne "h":

  • „Heute bin ich nett, aber gestern war ich gemein.“
  • „Gestern war es sehr heiß, heute ist es kalt.“
  • „Helmut Kohl war Kanzler der Bundesrepublik Deutschland.“
  • „Tu'pac war ein krasser Rapper.“

Ein „wahr“ mit „h“ dagegen bedeutet, dass etwas stimmt, dass etwas richtig ist und der „Wahrheit“ entspricht. In der verschiedenen Zeitformen bleibt dieses „wahr“ erhalten und verändert sich nicht.

Beispiele für „wahr“ mit „h“:

  • „Er hat tatsächlich nicht gelogen, es ist tatsächlich wahr.“
  • „Herr Angeklagter, was Sie hier sagen ist nicht wahr!“
  • „Was Politiker sagen, ist immer wahr.“ (Was wiederum unwahr ist)
  • „Die Erde ist eine Kugel, ist das wahr?“

Man kann im Zweifelsfall etwas in die Gegenwartsform (Präsens) bringen, um zu prüfen, ob es nun mit oder ohne „h“ geschrieben wird. Löst sich das „wa(h)r“ dann auf (es wird also zu einen bin/ bist/ ist/ sind/ seid), so schreibt man es ohne „h“.

Beispiele:

  • Aus „Ich war zu Hause“ in der Vergangenheitsform wird in der Gegenwart die Aussage: „Ich bin zu Hause.“
  • Aus „Ich war müde" wird "ich bin müde“.
  • „Was wahr war, weiß nun keiner mehr" wird in der Gegenwartsform zu "Was wahr ist, weiß nun keiner mehr.“

Wenn in der Vergangenheit etwas stimmte, so heißt es: „Es war wahr!“ Geschieht es in diesem Augenblick, dann heißt es : „Es ist wahr“ (man beachte, dass das zweite „wahr“ sein „h“ behält während das erste „war“ sich auflöst und nun „ist“ lautet). Beim Umwandeln in die Gegenwartsform bleibt das "h" der Wahrheit erhalten

Hierzu auch wieder ein paar Beispiele:

  • Aus „Seine Aussage galt als wahr“ wird in der Gegenwartsform „Seine Aussage gilt als wahr“.
  • „Er erzählte eine wahre Geschichte" wird zu "Er erzählt eine wahre Geschichte.“
  • „Weil es so war, ist es wahr!" in der Gegenwart: "Weil es so ist, ist es wahr.“

Nun zur Übung. Finde heraus welches Wort zutrifft: „war“ oder doch „wahr“?

  1. „Im Jahre 1743 war/ wahr es normal mit der Kutsche zu fahren, denn das Auto gab es noch nicht.“
  2. „Wann war/ wahr die Party von Hans-Günther nochmal?“
  3. „Das kann doch nicht war / wahr sein!“
  4. „Ich hab ihn gesehen! Er ging da vorne um die Ecke und dann war / wahr er weg!“
  5. „Jeder weiß doch was wirklich war / wahr ist.“

Wer der englischen Sprache mächtig ist, der kann auch mit Hilfe von Übersetzungen ins Englische seine Zweifel auflösen. Denn dort wird das „war“ ohne „h“ zu der englischen Vergangenheitsform von „to be“, nämlich zu einem „was“. Wohingegen das „wahr“ mit „h“ im Englischen „true“ bedeutet. So ist eine Verwechselung ausgeschlossen!

Zum Abschluss noch die Lösung. Hierfür bitte den Bildschirm einmal auf den Kopf stellen oder einen Handstand machen.

1.war// 2.war// 3.wahr// 4.war// 5.wahr